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Bahnhofsgebäude Glauchau

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Der am 30. April 1926 in Betrieb genommene Glauchauer Bahnhof beherrscht als solitärer Baukörper die Rosa-Luxemburg-Straße und bildet den Eingang in die Stadt für den Bahnreisenden. Verkehrs- und ortsgeschichtlich ist das Empfangsgebäude bedeutend als Personenbahnhof und Güterumschlagstation der Bahnstrecken Dresden–Zwickau und Glauchau–Wurzen. Dem Empfangsgebäude kommt aufgrund seiner Gestaltung als singulärer Bautyp im Reformstil eine baugeschichtliche Bedeutung zu.

Das Ensemble besteht aus der imposanten Wartehalle, den flachen Anbauten an den Längsseiten der Halle sowie den ehemaligen Wartebereichen der 1. bis 4. Klasse und den anschließenden Wohn- und Verwaltungsgebäuden. Besondere Prägnanz hat die Giebelfassade des Putzbaus mit schiefergedecktem Walmdach mit Uhrturm und weitausladendem Vordach. Die Vertikalen sind durch große gegliederte Hochrechteckfenster und Porphyrgewände betont.

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Aufgrund mehrfacher Überformungen und begrenzter Mittel in der Instandhaltung war eine grundhafte Sanierung erforderlich, deren Fokus neben funktionellen Neuordnungen, baukonstruktiver, bauphysikalischer und energetischer Aspekte auch eine gestalterische Neuinterpretation des Bestands beinhaltete.

Denkmalpflegerische Zielstellung im Fassadenbereich war der Erhalt bzw. die Neuerstellung der Putzfassade mit ihren architekturglie-dernden Natursteinelementen aus Porphyr und der erhaltenen bauzeitlichen Holzfenster sowie die Neueindeckung des Daches als Schieferdeckung.

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Im Inneren stand insbesondere die eindrucksvolle Wartehalle mit den angrenzenden Funktionsbereichen im Mittelpunkt des neuen Gestaltungsansatzes, da zusätzlich eine Nutzung als Veranstaltungsort für Märkte, Konzerte und Ausstellungen ermöglicht werden sollte.

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Die ursprünglich üppige Bemalung und Dekoration war im Laufe der Zeit verloren gegangen. Ausgehend von restauratorischen Befunden wurde im Einklang mit den erhaltenen Leuchten eine an die 50er Jahre angelehnte Farbfassung konzipiert.

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Die Fußböden wurden neu aufgebaut und als homogene Flächenbeläge in geschliffenen Gussasphalt für die Empfangshalle bzw. Terrazzoestrich im Bereich der ehemaligen Mitropa-Gaststätte und der Funktionsbereiche gestaltet. Das Farbkonzept betont die Architekturelemente und schafft eine würdevolle Atmosphäre.

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Denkmalgerechte Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes in Glauchau

Kategorien: Öffentlich, Innenraum
Bauherr: Große Kreisstadt Glauchau

Entwurf: Matthias Reichold

Leistungen: Objektplanung für Gebäude Lph 1-9, Wärmeschutz, Brandschutz
Leistungsbeginn: 2022
Fertigstellung: 2025

Fotos: Till Schuster

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